Von Kavala nach Xanthi und quer durch Thrakien
unbekanntes Nordostgriechenland

Dienstag, 8. bis Sonntag, 13. Oktober 2019

6-tägig, maximal 14 Personen
Preis pro Person im Doppelzimmer 860.- / im Einzelzimmer 1060.-

Die Handelsstadt Kavala an der nordägäischen Küste war bis 1912 osmanisch, dann kurz griechisch 1916 bulgarisch und seit 1918 wiederum griechisch. In der modernen Geschichte dieser Region spiegelt sich der Machtkampf zwischen Griechenland, der Türkei und Bulgarien um den Zugang zum Mittelmeer und um die Kontrolle der weiten fruchtbaren Ebenen Ostmakedoniens und Thrakiens. Menschen flüchteten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hierher, aber Menschen mussten ebenso von hier flüchten. Kavala liegt anmutig an einem Hügel, die Burg und das Imaret aus der Zeit des ägyptischen Vizekönigs Mehmet Ali Pascha dominieren das Bild der Hafenrundung. Auch die Städte Xanthi und Komotini haben eine bewegte Vergangenheit und ihre Altstadt hat einen jeweils sehr eigenen, äusserst lebendigen und sehenswerten Charakter. Ostmakedonien und Thrakien sind geprägt von Gebirgen, aber auch von endlosen fruchtbaren Ebenen. Eigentlich wäre das Gebiet eine „Kornkammer“, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass sich alle umliegenden Staaten seit jeher um das Gebiet streiten. Die historische und geographische Region Thrakien gehört zu drei Ländern, mit dem Resultat, dass sie von den jeweiligen Zentren jedes dieser Länder als weit abliegende Peripherie wahrgenommen wird. Diese periphere Lage ist im griechischen Thrakien eine der Hauptursachen für die überdurchschnittlich hohe Auswanderung in den 1970er Jahren. Ganz im Nordosten Griechenlands an der türkischen Grenze besuchen wir Soufli, heute der einzige Ort in Europa, wo Seide produziert wird. Die Reise durch die griechische Provinz Ostmakedonien und Thrakien führt uns auch in die Region der pomakischsprachigen und der türkischsprachigen griechischen Muslime. Wir besuchen die Universitätsstadt Komotini mit ihrer hübschen Altstadt und Xanthi, eine noch heute faszinierende Stadt mit ihren verwinkelten Gassen und imposanten Bürgerhäusern aus der Zeit der wirtschaftlichen Blüte vor rund hundert Jahren. Einst fuhr der berühmte Orientexpress durch diese Gegend. Ein Stück weit fahren wir auf der historischen Strecke und durchqueren dabei die faszinierende Landschaft des Nestostales.